Tipps: Ölzeug waschen und imprägnieren

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Ölzeug waschen und imprägnieren

Ölzeug waschen und imprägnieren ist keine Kunst, vor allem wenn man weiß wie und die richtigen Tipps beherzigt. Denn gutes und wasserdichtes Ölzeug ist unerlässlich für einen guten Törn, sei es für ungemütliche Tage im Binnenbereich oder feucht fröhliche Törns auf See. Jedes Ölzeug bzw. wasserabweisende Kleidung wird mit der Zeit dreckig und verliert seine Funktion. Doch die richtige Pflege durch waschen und neu imprägnieren kann dein Ölzeug wie neu aussehen lassen.

Wie funktioniert Ölzeug bzw. wasserabweisende Kleidung

Früher war Ölzeug noch das, was der Name verspricht. Doch heute gibt es zum Glück wasserabweisende Funktionskleidung, die nicht nur trocken hält, sondern auch atmungsaktiv ist. So schmort man bei anstrengenden Törns nicht im eigenen Saft 😀 . Da das Ölzeug bzw. die Funktionskleidung aber nicht wasserdicht ist, wie zum Beispiel klassische Regenmäntel (der Friesennerz), muss sie durch Verarbeitung und Imprägnierung wasserabweisend gemacht werden. Dabei werden Stoffe aus Polymeren hergestellt, die eine luftige, gitterartige Struktur besitzen. Die auftreffenden Wassertropfen sind dabei viel größer als die Poren in einer solchen Kunststoff-Membran (z.B. Gore-Tex). Dies macht die Membran somit dicht gegen Wind und Wasser. Körperfeuchtigkeit wird jedoch als Wasserdampf abgegeben und so durch die Membran nach außen durchgelassen. Aber dies funktioniert nur dann, wenn die Membran bzw. das Gewebe trocken und nicht wassergetränkt sind. Ist die Imprägnierung jedoch ausgewaschen oder abgenutzt, saugt das Ölzeug bzw. die Kleidung Wasser auf und es wird feucht von außen und innen. Daher ist eine gute Pflege das A und O für gutes Ölzeug. Ob ihr nun Gore-Tex oder Sympatex Kleidung bevorzugt bleibt euch überlassen.

Wasserdichte Membranen

Vergleich von wasserdichten Membranen.

 

Ölzeug waschen und imprägnieren

1. Ölzeug waschen

Bevor wir die Imprägnierung unseres Ölzeugs erneuern können, ist es wichtig den Schmutz aus der Kleidung zu waschen. Denn auch Dreck, Fett und anderer Schmutz beeinträchtigt die wasserabweisende Funktion des Stoffes. Ob ihr dazu Flüssigwaschmittel oder Pulver nehmt, bleibt euch überlassen – ich habe das Gefühl bei diesem Thema streiten sich die Gelehrten. Im Netz habe ich gelesen, dass Kristalle des Pulver-Waschmittels die feineren Stoffporen der Funktionsbekleidung verstopfen und somit die Atmungsaktivität abnimmt. Allerdings kenne ich mich zu wenig damit aus um diese Aussage zu bewerten.

Wichtig ist, keinen Weichspüler zu verwenden, denn der legt sich bekanntermaßen um die Fasern von Textilien und beeinträchtigt damit auch langfristig die Atmungsaktivität von Funktionskleidung. Denn die Stofffasern nehmen den Schweiß nicht mehr auf und leiten ihn dann nicht nach außen ab. Der Weichspüler kann jedoch nach einigen Waschgängen wieder aus dem Gewebe ausgewaschen werden, falls du deine Kleidung bisher mit Weichspüler gewaschen hast. Die Funktionalität des Materials ist dann wieder hergestellt.

Meine Empfehlung aus eigener Erfahrung ist ein Flüssigwaschmittel für Funktionstextilien zu verwenden. Dies erhält die atmungsaktive Wirkung des Ölzeugs, wäscht die verbliebene Imprägnierung nicht aus und ist für solche Textilien gedacht. Ich kann und mag allerdings keinen Hersteller im Einzelnen empfehlen. Allerdings sollten sich die namenhaften Hersteller da in der Leistung nichts nehmen. Ich habe im letzten Jahr die kleinen Beutel von Sympatex (links im Bild) an meinem Ölzeug probiert und war an sich sehr zufrieden. Allerdings sind die Beutel nur für ein Kleidungsstück und somit recht teuer (ich glaube es waren 5 Euro pro Beutel).

Waschmittel Funktionstextilien

Waschmittel für Funktionstextilien

Mein Tipp daher bevor man sich größere Flaschen kauft: Es gibt durchaus kleinere Abpackungen (z.B. 250 ml) die man an anderen Textilien, wie zum Beispiel Jacken oder Hosen, testen kann und dann immer noch in größeren Gebinden nachkaufen kann.

2. Der richtige Waschgang und Schleudern

Für mein Ölzeug und meine Funktionskleidung wähle ich grundsätzlich einen Pflege-Leicht Waschgang (kann bei euch auch Feinwäsche oder Schonwaschgang heißen) und schaue welche Temperatur der Hersteller empfiehlt. Schließlich soll das Waschmittel ja die Arbeit machen und nicht die Maschine 🙂 . Ich drehe meine Kleidung einfach auf links und gebe sie dann einfach so in meine Maschine. Wenn du besonders empfindliche Kleidung oder eine ältere Waschtrommel hast empfehle ich dir ein Wäschenetz, das schützt deine Kleidung zusätzlich. Das Schleudern mache ich bei niedrigen Umdrehungen, manche Hersteller raten jedoch auch gänzlich davon ab. Am besten schaust du da auf die Waschsymbole des Herstellers.

Waschmaschine Detail

Pflegeleichtwäsche: Die Füllmenge variiert je nach Gerät zwischen 1,5 und 2,5 Kilogramm. Der Waschgang erfolgt bei niedrigem Wasserniveau und reduzierter Trommelbewegung mit drei Gängen bei hohem Wasserstand. Bei der Programmwahl kann man entscheiden, ob die Wäsche im Spülbad liegen bleiben (Vermeidung von Knitterfalten) oder kurz geschleudert werden soll.

Feinwäsche: Füllmenge 1 bis 2,5 kg. Waschgang und Spülgänge werden bei hohem Wasserstand mit reduzierter Trommelbewegung durchgeführt. Spülstop und Kurzschleudern ähneln dem Pflegeleicht-Waschgang. Während der Spülgänge wird nicht zwischengeschleudert.

Quelle: Verbraucherzentrale NRW

3. Ölzeug neu imprägnieren

Nachdem das Ölzeug oder die Funktionskleidung frisch gewaschen ist, fehlt jetzt der letzte Schritt – das Imprägnieren. Nur so bleibt das Ölzeug lange wasserabweisend und atmungsaktiv. Für die Imprägnierung empfehle ich “Spezialimprägnierung”. Spezial, weil mir auch durchaus Allround-Sprays über den Weg gelaufen sind, die von sich behaupteten Schuhe, Schirme und Kleidung zu imprägnieren. Davon würde ich jedoch auf jeden Fall die Finger lassen. Für Ölzeug und Funktionsbekleidung gibt es Outdoor-/Sportimprägnierung, welche die Kleidung wieder richtig schützen. Je nach eigenem Geschmack kann man sich dabei zwischen Einwasch-Imprägnierung und Sprüh-Imprägnierung entscheiden.

Nachdem ich beides schon getestet habe, gefällt mir die Einwasch-Imprägnierung am besten. Man gibt die frisch gewaschene Kleidung in einem separaten Waschgang in die Maschine und wäscht die Imprägnierung wie bei einer normalen Wäsche ein. Fertig! Es gibt jedoch auch Kombi-Lösungen, die das Waschen und Imprägnieren in einem Waschgang schaffen. Sprüh-Imprägnierung wird auf die Kleidung gesprüht und sollte dann möglichst in einem Trockner “aktiviert” werden. Der Schritt im Trockner ist keine Pflicht, wird jedoch oft empfohlen da sich die Wirkung deutlich verbessert. Ich habe einmal eine Sprühimprägnierung probiert und war nicht so sehr begeistert. Ich fand es ging viel daneben und die Imprägnierung ließ sich subjektiv nicht gleichmäßig auftragen.

Imprägnierung Funktionstextilien

Imprägnierung für Funktionstextilien

Einwasch-Imprägnierung

  • Wann: Nach dem eigentlichen Waschen in einem extra Waschgang, oder als Kombi-Lösung in einem Waschgang je nach Hersteller
  • Wie: Imprägnierung in die Spülkammer, Schonwaschgang starten, Trocknen (lassen), Gebrauchsanleitung beachten!
  • Nachteile: Chemie kann unter Umständen zu Hautreizungen führen

Sprüh-Imprägnierung

  • Wann: Nach dem Trocknen des Ölzeugs
  • Wie: Trocknes Ölzeug im Abstand von ca. 15 – 20 cm komplett besprühen, Ölzeug hängt dabei auf einem Kleiderbügel, Trocknen lassen – oft empfohlen mit einem Fön oder Trockner “einarbeiten”
  • Nachteile: Schlechte Sprühflasche oder Verarbeitung kann zu schlechten Ergebnissen führen, Aerosole können eingeatmet werden

Links zur Pflege von Ölzeug

  • Devilandcrew.info – Warum SYMPATEX™ und nicht GORE-TEX™?
  • Trax.de – Funktionsbekleidung richtig waschen
  • Gut Gerüstet der Blog für Outdoor Ausrüstung – Sympatex: Nicht nur aus Umweltgründen eine gute Gore-Tex Alternative?

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